26. September 2026 bis 4. April 2027

Wale in Nordrhein-Westfalen? Klingt ungewöhnlich – ist aber wahr.

Skelettmontage von Dorudon atrox, ein vollständig ans Meer angepasster Urwal (Leihgeber: LWL-Museum für Naturkunde mit Planetarium, Münster)

Highlights · Führungen · Tickets · Besuch · Landesausstellung

Als NRW noch unter Wasser lag

Vor Millionen von Jahren sah unsere Heimat völlig anders aus. Wo heute Städte, Wälder und Felder liegen, erstreckte sich zeitweise ein warmes Flachmeer. Wale schwammen durch die Region, Seekühe und Robben bevölkerten die Küsten und Haie zogen durch das Wasser.

Die Sonderausstellung „überLeben – Walheimat Urmeer“ nimmt Sie mit auf eine Reise in diese längst verschwundene Welt.

Nach dem Ende der Dinosaurier begann die große Zeit der Säugetiere. Einige von ihnen wagten einen bemerkenswerten Schritt: Sie eroberten das Wasser.

Aus landlebenden Vorfahren entwickelten sich im Laufe von Jahrmillionen hoch spezialisierte Meeresbewohner. Wale, Seekühe und Robben fanden schließlich auch in jenem warmen Flachmeer ideale Lebensbedingungen, das weite Teile des heutigen Nordrhein-Westfalens bedeckte.

Die Ausstellung führt in eine Zeit, in der unsere heutige Landschaft kaum wiederzuerkennen gewesen wäre. Originale Fossilien erzählen von einer Tierwelt, die uns einerseits erstaunlich vertraut vorkommt und andererseits einige ausgesprochen ungewöhnliche Bewohner hervorgebracht hat.

Lebensbilder und Rekonstruktionen lassen diese verschwundene Welt wieder entstehen. Aus Knochen, Zähnen und anderen fossilen Überresten entsteht so nach und nach das Bild eines ganzen Ökosystems.

Lebendrekonstruktion Kervenheimer Wal (Illustration: Joschua Knüppe).

Highlights der Ausstellung

Der Kervenheimer Wal

Ein echter Wal aus Nordrhein-Westfalen

Rund 6,5 Meter lang und Millionen Jahre alt: Der Kervenheimer Wal gehört zu den eindrucksvollsten Exponaten der Ausstellung. Der fossile Bartenwal wurde bei Kevelaer-Kervenheim am Niederrhein entdeckt.

Sein Skelett zeigt eindrucksvoll, welche außergewöhnlichen Zeugnisse der Erdgeschichte direkt unter unseren Füßen verborgen liegen – und macht eine zunächst unglaubliche Vorstellung ganz konkret: In Nordrhein-Westfalen haben tatsächlich einmal Wale gelebt.

Kervenheimer Wal, Leihgeber: Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen
Kervenheimer Wal, Leihgeber: Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

Haie im Urmeer

Große Räuber vor unserer Haustür

Wo Wale und Seekühe schwammen, waren auch große Räuber nicht weit. Fossile Haizähne aus Nordrhein-Westfalen zeugen von beeindruckenden Jägern, die vor Millionen von Jahren durch das warme Meer zogen.

Einige dieser Zähne gehörten zu Carcharodon hastalis, einem ausgestorbenen Großhai. Solche Funde machen sichtbar, wie vielfältig das Leben in dem Meer war, das einst Teile unserer heutigen Heimat bedeckte.

Wale, Seekühe und Robben

Säugetiere erobern die Meere

Nach dem Ende der Dinosaurier eröffneten sich neue Lebensräume. Säugetiere breiteten sich aus – und einige kehrten im Laufe der Evolution sogar ins Wasser zurück.

Die Ausstellung begegnet dieser Entwicklung anhand von Walen, Seekühen und Robben. Manche dieser Tiere würden uns heute durchaus vertraut erscheinen. Andere wirken aus heutiger Perspektive ausgesprochen ungewöhnlich.

Originalfossilien und Lebensdarstellungen zeigen die erstaunliche Vielfalt der Meeressäuger jener Zeit.

Dem Urmeer ganz nah

Erdgeschichte selbst entdecken

„Walheimat Urmeer“ zeigt Erdgeschichte nicht nur hinter Glas. Interaktive und multimediale Elemente laden dazu ein, genauer hinzusehen, auszuprobieren und Zusammenhänge zu entdecken.

Eine Zeitreise-Station führt weit zurück in die Vergangenheit und macht deutlich, wie sehr sich Landschaft, Klima und Tierwelt im Laufe von Millionen Jahren verändert haben.

Wie wurden aus landlebenden Säugetieren Meeresbewohner? Was verraten uns Fossilien über längst verschwundene Lebensräume? Und warum sieht Nordrhein-Westfalen heute vollkommen anders aus?

Millionen Jahre Veränderung

Meere kommen und gehen. Klima verändert sich. Arten entstehen, passen sich an – und verschwinden wieder.

„Walheimat Urmeer“ erzählt deshalb nicht nur von spektakulären Tieren. Die Ausstellung zeigt auch, wie eng Klima, Lebensraum und Evolution miteinander verbunden sind.

Die Landschaft, die wir heute kennen, ist nur eine Momentaufnahme in einer ungeheuer langen Erdgeschichte. Wo heute Menschen leben, Straßen verlaufen und Häuser stehen, schwammen einst Wale und Haie.

Die Vergangenheit macht sichtbar, wie grundlegend sich unsere Umwelt verändern kann – und welche erstaunlichen Wege das Leben dabei findet.

Rekonstruktion eines Braunkohlewaldes während des Miozäns basierend auf Funden aus den Rheinischen Braunkohlengruben (Illustration: Joschua Knüppe).
Rekonstruktion eines Braunkohlewaldes während des Miozäns basierend auf Funden aus den Rheinischen Braunkohlengruben (Illustration: Joschua Knüppe).

Führungen & Gruppenangebote

Gemeinsam auf Tauchgang

Bei unseren Führungen wird aus Millionen Jahren Erdgeschichte eine anschauliche Reise in eine verschwundene Welt. Entdecken Sie gemeinsam mit unseren Vermittlerinnen und Vermittlern die Bewohner des Urmeeres und erfahren Sie, welche Geschichten sich hinter den Fossilien verbergen.

Öffentliche Führungen

Regelmäßig bieten wir Führungen durch „überLeben – Walheimat Urmeer“ an. Anschaulich, kurzweilig und für alle, die noch ein bisschen tiefer ins Urmeer eintauchen möchten.

[Aktuelle Führungstermine]

Gruppen

Sie möchten die Ausstellung gemeinsam mit einer Gruppe besuchen? Führungen können auch zu individuellen Terminen gebucht werden.

[Gruppenführung anfragen]

Schulen

Für Schulklassen bieten wir altersgerechte Führungen von 60 Minuten an. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam durch die Ausstellung geführt und entdecken, wie Fossilien entstehen, was sie uns über vergangene Lebensräume verraten und wie sich Tiere und Umwelt im Laufe der Erdgeschichte verändert haben.

Die Angebote bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Sachunterricht, Biologie, Erdkunde und Naturwissenschaften.

Optional kann das Programm um 30 Minuten mit praktischen Versuchen und kleinen Experimenten erweitert werden

[Alle Angebote für Schulen]

Begleitband zur Ausstellung

Das Urmeer zum Weiterlesen

Die Reise geht weiter: Der Begleitband zur Ausstellung vertieft die Themen von „überLeben – Walheimat Urmeer“ und lädt dazu ein, die faszinierende Welt des einstigen Urmeeres auch nach dem Museumsbesuch weiterzuentdecken.

überLeben – Walheimat Urmeer
Herausgegeben von René Dederichs, Denis Theda und Michael Zelle
Isensee Verlag, 2026
ISBN 978-3-7308-2266-1
20,00 €

Der Begleitband ist im Museumsshop erhältlich.

Drei Museen. Drei Zeitwelten. Eine Landesausstellung.

„überLeben – Walheimat Urmeer“ ist Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam laden das Lippische Landesmuseum Detmold, das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und das Ruhr Museum in Essen zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Erdgeschichte Nordrhein-Westfalens ein.

DETMOLD

überLeben – Walheimat Urmeer

Wale, Seekühe, Robben und Haie in einem warmen Meer über dem heutigen Nordrhein-Westfalen.

26. September 2026 bis 4. April 2027

MÜNSTER

überLeben – zwischen Dinos und Schuppenbäumen

Dinosaurier und andere faszinierende Lebewesen aus Erdmittelalter und Erdaltertum erzählen von hunderten Millionen Jahren Erdgeschichte.

bis 5. September 2027

ESSEN

überLeben in der Eiszeit

Die Ausstellung widmet sich dem Eiszeitalter und der Frage, wie Tiere, Pflanzen und Menschen mit immer neuen klimatischen Veränderungen zurechtkamen.

bis 10. Januar 2027