Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen in Essen, Münster und Detmold

überLeben: Nordrhein-Westfalen zeigt seine vergessenen Welten

Giganten, Geheimnisse und vergessene Welten: Unter Schichten aus Zeit und Stein liegen Spuren einer Realität verborgen, die lange vor dem Menschen begann – auch in Nordrhein-Westfalen. Fossilien bewahren Augenblicke aus einer fernen Vergangenheit und eröffnen bis heute neue Fragen. Genau diese prähistorischen Schätze und spektakulären Fossilfunde rückt Nordrhein-Westfalen 2026 mit einer Paläontologischen Landesausstellung unter dem Titel „überLeben“ ins Zentrum, die auf Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung ins Leben gerufen wurde. Dabei präsentieren das Ruhr Museum in Essen, das LWL-Museum für Naturkunde in Münster sowie das Lippische Landesmuseum Detmold von April 2026 bis September 2027 in drei Ausstellungskapiteln, wie sich das Leben in Nordrhein-Westfalen über Millionen Jahre verändert hat. Die Landesausstellung 2026 wird seitens des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen mit 1,5 Millionen Euro finanziert. Einen Überblick zur Paläontologischen Landesausstellung liefert die Seite www.landesausstellung.nrw

Besondere Highlights der Landesausstellung sind in Detmold etwa der 1987 gefundene, für die Geologie der Niederrheinischen Bucht bedeutsame, etwa 6,5 Meter lange „Kervenheimer Wal“. Der Fund in Kevelaer belegt, dass die Region einst vom Meer bedeckt war. In Münster wird das „Monster von Minden“ ausgestellt: Vor 163 Millionen Jahren lebte in Nordrhein-Westfalen Wiehenvenator albati, einer der größten Raubsaurier, die man aus Europa kennt, und dessen Überreste im Wiehengebirge entdeckt wurden – ein echter westfälischer Dinosaurier. In Essen zeigen Mammute als ausgestorbene Gattung der Elefanten, wie anders noch vor wenigen tausend Jahren Nordrhein-Westfalen aussah und wie nah manche Kapitel der Erdgeschichte bis heute sind.

Überblick über die Orte und Themen der „Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen“

Essen:

  • Ausstellung: „überLeben in der Eiszeit“
  • Ausstellungszeitraum: April 2026 – 10. Januar 2027
  • Ständige klimatische Schwankungen stellten das Leben und Überleben von Tieren, Pflanzen und auch Menschen im quartären Eiszeitalter vor immer neue Herausforderungen. Die Ausstellung zeigt die beeindruckende Vielfalt an Lebensformen, die sich im Laufe der Jahrtausende in Nordrhein-Westfalen entwickelt hat, und die fortwährenden Anpassungen dieser Organismen an die sich wandelnden Umweltbedingungen. Mit einem modernen, multimedialen und interaktiven Konzept lädt die Ausstellung Besucherinnen und Besucher dazu ein, diese Vielfalt von Landschaft und Leben in der Eiszeit zu entdecken und die komplexen Zusammenhänge zwischen Klima, Lebensräumen, Artenvielfalt und menschlichem Handeln besser zu verstehen.
  • Ausstellungsort: Ruhr Museum, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen, www.ruhrmuseum.de 

Münster:

  • Ausstellung: „überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen“
  • Ausstellungszeitraum: 10. Juli 2026 – 5. September 2027
  • In ganz Nordrhein-Westfalen finden sich Spuren ausgestorbener Lebewesen – die ältesten sind rund 485 Millionen Jahre alt. Neben einheimischen Dinosauriern gibt es Nachweise von frühen Säugetieren, dem ältesten Plesiosaurier, den ältesten vollständig erhaltenen Fluginsekten und dem größten Ammoniten der Welt. Exotische Lebensräume wie die devonischen Riffe des rheinischen Schiefergebirges, karbonische Kohlensumpfwälder des Ruhrgebiets oder die Flachmeere des jurassischen Wiehengebirges und des kreidezeitlichen Münsterlandes bieten Einblicke in eine atemberaubende Vielfalt. Verschiedenste multimediale Rekonstruktionen machen dieses vielseitige Leben und dessen Umwelt erfahrbar.
  • Ausstellungsort: LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, 48161 Münster, www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de 

Detmold:

  • Ausstellung: „überLeben – Walheimat Urmeer“
  • Ausstellungszeitraum: 26. September 2026 – 4. April 2027
  • Nachdem die Herrschaft der Dinosaurier vorüber war, wurden die Säugetiere zur global dominanten Tiergruppe. Mit der Entwicklung der Wale, Seekühe und Robben haben sie sogar die Weltmeere erobert. Sie alle lebten einst auch in jenem warmen Flachmeer, welches das urzeitliche Nordrhein-Westfalen bedeckte. Während einige dieser Tiere für uns vertraut ausgesehen hätten, gibt es unter den Funden auch Arten, die aus heutiger Perspektive ganz und gar bizarr wirken. Originale Fossilien und Lebensdarstellungen lassen diese Vielfalt der damaligen Meeressäugetiere wieder auferstehen.
  • Ausstellungsort: Lippisches Landesmuseum Detmold, Ameide 4, 32756 Detmold