Eine Fürstin unterwegs.

Reisetagebücher der Fürstin Pauline zur Lippe 1799-1818

Fürstin Pauline zur Lippe schrieb zwischen 1799 und 1818 eigenhändig ihre Reisetagebücher. Ihre Reiseberichte machen deutlich, dass sie nicht in erster Linie die politischen Verhandlungen dokumentieren wollte. In ihren Reisetagebüchern berichtet sie wo sie unterwegs war und wie die Bedingungen des Reisens waren, auch die Qualität der Quartiere. Eine der Reisen führte sie von Oktober bis Dezember 1807 von Detmold aus nach Paris. Pauline wollte dort die Souveränitätsrechte ihres Fürstentums innerhalb der Rheinbundstaaten vertreten.

Eine Fürstin unterwegs
Reisetagebücher der Fürstin Pauline zur Lippe 1799-1818

Herausgeber Herbert Stöwer und Hans Peter Wehlt Bearbeitet von Hermann Niebuhr Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V. und des Lippischen Heimatbundes e.V. ISBN 9783923384105

Fürstin Pauline trifft Joséphine de Beauharnais, die Frau Napoleons

Dienstag, 13 Januar 1807

Um die Selbstständigkeit Lippes zu sichern betrieb Fürstin Pauline die Aufnahme in den von Napoleon I. gegründeten Rheinbund. 1807 reiste sie nach Mainz um dort Joséphine de Beauharnais, die Frau Napoleons, zu treffen. Die beiden Frauen verstanden sich auf Anhieb bestens, wohl auch, weil Pauline fließend Französisch sprach. Ihr erstes Treffen vermerkte Fürstin Pauline im Reisetagebuch.

Erstes Treffen mit Napoleon

Sonntag, 25. Oktober 1807

1807 reiste Fürstin Pauline zur Lippe sie nach Paris, um bei Kaiser Napoleon die von ihr gewünschten Sonderregelungen auszuhandeln. Es kam zum Treffen im Schloss Fontainebleau bei Paris.

Wiedersehen mit Joséphine de Beauharnais im Schloss Fontainebleau

Sonntag, 25. Oktober 1807

Am Hof in Fontainebleau nahm Joséphine für Pauline eine Schlüsselfunktion ein. Sie setzte sich stets für Paulines Anliegen ein, die beiden Frauen achteten sich, Pauline verehrte Joséphine regelrecht aufgrund ihrer Eleganz und Liebenswürdigkeit.

Im Schloss Fontainebleau

Sonntag, 25. Oktober 1807

Fürstin Pauline zur Lippe trat in Fontainebleau Kaiser Napoleon I. gegenüber, dankte ihm für die Aufnahme ihres Landes in den Rheinbund und erreichte, dass er ihr eine offizielle Audienz in Aussicht stellte. Auf diese musste sie allerdings lange warten.

Mit Napoleon am Tisch

Sonntag, 1. November 1807

Fürstin Pauline zur Lippe, die Regentin eines nordwestdeutschen Kleinstaates, hatte es Joséphine de Beauharnais letztlich zu verdanken, in Fontainebleau im engsten Kreis der Kaiserfamilie zu verkehren.