Seit 2017 führen Archäolog*innen des Lippischen Landesmuseums Detmold – als Einrichtung des Landesverbandes Lippe zuständig für die Bodendenkmalpflege in Lippe – und Wissenschaftler*innen der Universität Cardiff das gemeinsame Projekt zur Erforschung der lippischen Wallburgen/Wallanlagen aus der Eisenzeit durch.
Was sind Wallburgen?
Eine eisenzeitliche Wallburg ist eine Art von Befestigungsanlage oder Festung, die während der Eisenzeit, in Mitteleuropa etwa von 800 bis 100 vor Christus, errichtet wurde. Wallburgen sind in vielen Teilen Europas zu finden. Diese Anlagen wurden oft auf strategisch günstigen Hügeln oder Bergrücken errichtet und bestanden typischerweise aus aufgeschütteten Erdwällen, Gräben und manchmal Palisaden oder Steinmauern. Die Größe der Wallburgen variierte, von kleineren Anlagen bis hin zu großen, komplexen Strukturen, die ganze Gemeinschaften beherbergen konnten. Wallburgen boten nicht nur Schutz, sondern dienten auch als Handels-, Versammlungs- und religiöse Orte. Sie sind heute wichtige archäologische Fundstätten, die Einblicke in das Leben und die Gesellschaft der Eisenzeit geben.
Ziel des Projektes ist, Erkenntnisse über lippische Wallburgen und Höhensiedlungen aus der vorrömischen Eisenzeit zu gewinnen und mit Forschungsergebnissen aus anderen europäischen Gebieten zu vergleichen. So auch zum Beispiel die Wallburg am Piepenkopf bei Dörentrup. Ähnliche Wallanlagen findet man in ganz Europa, etwa in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland. Die Frage der die Archäologen nachgehen: Warum haben die Menschen in der Eisenzeit ähnliche Anlagen errichtet? Gab es einen Wissenstransfer, vielleicht durch Migration, oder kamen die Menschen an unterschiedlichen Orten einfach zu ähnlichen Lösungen? Dienten die Anlagen zur Abwehr gegen Feinde oder waren sie ein Statussymbol? Wie lebten die Menschen in diesen Anlagen? All dies sind faszinierende Fragen, auf die das Projekt vielleicht eine Antwort liefern wird. Befunde des Projekts deuten auf eine gewaltsame Zerstörung der Anlage am Piepenkopf im 3. Jahrhundert v. Chr. hin – ein außergewöhnlicher Einblick in ein bislang kaum bekanntes Kapitel der lippischen Frühgeschichte.