„Walheimat Urmeer“ Vortrag: Explodierende Wale

Rechtsmedizin & Paläontologie: Eine Allianz für vergangenes Leben

Was geschieht mit verendeten Wirbeltieren in einem marinen Ablagerungsraum? Seit Jahrzehnten wird die Hypothese einer skelettzerlegenden „Kadaver-Explosion“ diskutiert, besonders bei fossilen Walen und Fischsauriern. Die Erforschung dieser Fossilien gleicht einer Detektivarbeit: Zerfallsmerkmale und Gesteinsmatrix werden analysiert und mit meeresbiologischen, rechts- und veterinärmedizinischen Daten abgeglichen.

Dr. Achim G. Reisdorf ist Paläontologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geologie und Naturkunde am Ruhr Museum in Essen. Zu seinen Forschungsgebieten zählen die Paläoökologie, Sedimentologie und Taphonomie – die Wissenschaft von den Prozessen, die nach dem Tod eines Organismus bis zu seiner Fossilisation ablaufen. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine interdisziplinäre Studie, in der er gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der Paläontologie, Rechtsmedizin und weiteren Fachgebieten untersuchte, ob verwesende Meereswirbeltiere tatsächlich durch Fäulnisgase explodieren können. Für diese Arbeit wurde das Forschungsteam 2013 mit dem Alexander-von-Humboldt-Gedächtnispreis ausgezeichnet. Am Ruhr Museum ist Reisdorf außerdem Projektleiter der Sonderausstellung „überLeben in der Eiszeit“, einem Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein-Westfalen.

Eintritt frei

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir empfehlen eine Anmeldung:

05231 9925 0 oder Mail

Eine Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung „überLeben – Walheimat Urmeer“.