1835

entstand mit Gründung eines Naturhistorischen Museums für das Land Lippe der Grundstock des Museums

Einen Eindruck von damals, vermittelt das Naturalienkabinett. Es ist eine für das 18. Jahrhundert typische Bezeichnung für eine Sammlung von Gegenständen aus den drei Reichen der Natur, „welche gemeinhin wissenschaftlich geordnet und zum Behufe des Studiums der Naturgeschichte, bisweilen auch aus Prachtliebe oder zum Vergnügen der Dilettanten aufgestellt sind“  (Oeconomische Encyclopädie, Bd. 101).

Das erste Sammlungsstück

ist nach wie vor eine Sensation

Die 5,40 m lange Blitzröhre, die durch einen Blitzeinschlag in den Sandboden der Senne entstand, ist die weltweit längste im montierten Zustand. Bereits 1805 wurde sie vom Ökonom Henzel in einer Sandgrube auf dem Gelände der ehemaligen fürstlichen Meierei Osterholz entdeckt und geborgen. Sie ist das erste Sammlungsstück des Lippischen Landesmuseums. In einer Gewitterwolke baut sich eine Spannung von mehreren Millionen Volt auf zwischen einem positiv geladenen Gipfel und einer negativ geladenen Basis. Fährt der Blitz in den Boden, wird die Energie in Form von plötzlicher extremer Hitzeentwicklung und starkem elektrischen Strom freigesetzt. Entlang der Bahn des Blitzes werden Bodenpartikel angeschmolzen und verschweißt. Bei dieser Blitzröhre sind es vor allen Dingen Quarzsandkörner. Nur Blitzeinschläge in lockere Sande können lange, gerade Röhren erzeugen. Es sind aber auch Blitzeinschläge in Festgestein wie Granit und Gneis bekannt.

Blitzröhre Querschnitt