Kinder mobil!

Kinderwagen, Roller, Inliner

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Kinder im Auto ohne Kindersitz und ohne Anschnallgurt mitgenommen; sie saßen ohne speziellen Kindersitz vorne auf der Stange des Fahrrads oder hinten auf dem Gepäckträger. Etwas älter geworden fuhren sie auf den oft viel zu großen Fahrrädern ohne Helm. In die Schule gingen die Kinder zu Fuß, da es kaum Schulbusse gab und sie spielten auf der Straße Fußball. In den Ferien durchstreiften die Jungen und Mädchen die Wälder und Wiesen, ohne dass ihre Eltern genau wussten, wo sie sich aufhielten.

Nicht nur die Erwachsenen sind mobiler geworden, sondern auch die Kinder. Mütter und Väter nutzen heutzutage ein breites Angebot, um ihre Kinder zu transportieren, wie Autositze, Tragesäcke, Kinderwagen oder Fahrradanhänger. Doch wie mobil waren die lieben Kleinen früher? Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnen Stubenwagen, Kinderwagen und Sportwagen die Mobilität der Eltern mit Kindern zu verändern, da sie nun ihre Söhne und Töchter überall mit hinnehmen können. Der Kinderwagen wird einerseits zum Repräsentationsobjekt und andererseits zum bedeutenden Transportmittel. Gleich zeitig schützt er die Kinder vor Sonne, Wind, Regen und Kälte. Mit zunehmendem Alter werden auch die Kinder selbst mobiler. Während die Spielräume früher draußen in der Natur waren, verschieben sie sich in der Gegenwart immer mehr in geschlossene Räumlichkeiten. Diese veränderten Aktionsräume der Kinder spiegeln sich auch in ihrer Eigenmobilität wider. Bis in die späte Nachkriegszeit hinein halfen sie den Erwachsenen, mit dem Bollerwagen Holz zu holen oder die Milchkannen vom Haus an die Straße zu ziehen. Noch in den 1960er Jahren war es in Lippe möglich, dass die Kinder auf der Hauptstraße spielen konnten. So klemmte sich ein Schuckenbaumer Junge die Deichsel des Bollerwagens zwischen seine Beine und spielte »Pferd«; er zog in dem bereits gummibereiften Wagen den kleinen Bruder hinter sich her.

In der Galerieausstellung des Lippischen Landesmuseums an der Ameide in Detmold sind moderne und nostalgische Kinder- und Stubenwagenmodelle ebenso zu sehen wie der kleine Holzroller oder der alte Holländer von »Scheids Blitz« aus Lemgo. Puppenwagen und Puppensportkarren korrespondieren mit ihren großen Vorbildern. Ein Hochrad für Kinder sowie ein alter Bollerwagen und Rollschuhe zeigen die Vielfalt der Fortbewegungsmittel. Auch aktuelle Bobbycars, Laufräder, Inliner und Skateboards werden gezeigt. 

Sonderausstellung vom 13. Mai 2017 bis 7. Januar 2018    

Das Lippische Landesmuseum ist 2017 Kooperations partner des LWL-Freilichtmuseums Detmold im Rahmen des Themenjahrs »Ene, men, muh …- Kindergeschichten« mit Sonderausstellung und Geländestationen.

Museumspädagogische Angebote

Wie es früher war – Kinder und Mobilität

Führung/Erinnerungsgespräch mit anschließenden Bewegungsangeboten für Kinder

Dauer: 1,5 Stunden

Kosten: 45,00 Euro zzgl. Museumseintritt

Dieses Programm ist auch als Kindergeburtstag buchbar. Dauer 2 Stunden, Kosten 55 Euro.

Kinder-mobil- früher und heute

Allgemeine Führung/Erinnerungsgespräch für Erwachsene

Dauer: 1 Stunde

Kosten: 45,00 Euro zzgl. Museumseintritt

Mehr zu den Angeboten

Erzählcafe: Schlittenfahren und Schneeballschlacht

Freitag, 1. Dezember 2017, 16.00 bis 17.30 Uhr

Ausstellungsbesuch mit Kaffee und Weihnachtskeksen

Einführung und Moderation: Dr. Imke Tappe-Pollmann, Sabine Solmaz

Kooperationsprojekt mit der VHS Lippe-Ost

8,00€/Pers. (incl. Eintritt, Tasse Kaffee)

Anmeldung: 05231 9925-0