Eine Mumie in Detmold

Im Jahr 1887 erwarb der damalige Museumsdirektor Otto Werth für das heutige Lippischen Landesmuseum einen vortrefflich erhaltenen Mumiensarkophag aus mehreren Teilen. Verkauft wurde der Sarkophag von dem Hilfskonservator Emil Brugsch (1842-1930), der in Ägypten stellvertretender Grabungsleiter war. Er kam als "geheimer Händler" von Mumien zu fragwürdigem Ruf.

 Quellenlage und Röntgenbefund weisen für den Sarkophag auf den Entstehungszeitraum in der 26. Dynastie (664-525 v. Chr.). Der äußere Sargkorpus aus Feigenholz ist vollstänig bemalt. Unter einem Stirnband aus Federn und einem blau-gelb gestreiften Kopftuch ist das idealisierte Gesicht des Verstorbenen dargestellt. Es handelt sich nach einer Beschriftung auf der Seite der inneren Sargwanne um "Nes-pa-kai-schuti", Vorsteher der Sänger des Min, des Herrn von Ipu. Die Innenfäche des Sarges ist mit einem Abbild der Himmelsgöttin Nut bemalt. Auf der Rückwand des Innensarges schützen bewaffnete Figuren die Mumie.