Glossar

Chronologie

Die Datierung archäologischer Funde und Befunde werden unter dem Begriff „Chronologie“ zusammengefasst. Dabei können zwei unterschiedliche Arten der Zeitbestimmung zur Festlegung einer zeitlichen Abfolge unterschieden werden. Die historisch aussagekräftigste ist die absolute Chronologie der Ereignisse, während mit der relativen Chronologie lediglich das zeitliche Verhältnis zweier Ereignisse zueinander gebracht werden.

 

 

Absolute Chronologie

Mit der absoluten Chronologie verbunden ist der Versuch einer kalendarischen Festlegung des jeweiligen Ereignisses auf der absoluten Zeitskala. Dabei ist nicht entscheidend, ob es sich um eine tagesgenau festlegbare Brandkatastrophe oder eine lediglich auf ein Jahrhundert festlegbare Baumaßnahme handelt. Die Genauigkeit der Angaben ist dabei unterschiedlich.

 

 

Relative Chronologie

Bei der relativen Chronologie hingegen werden zwei Ereignisse zueinander in ein zeitliches Verhältnis gesetzt, ohne aber in eine kalendarische Zeitachse eingebunden zu werden. So kann beispielsweise in der Schichtenabfolge klar erkannt werden, dass eine bestimmte Schicht älter oder jünger sein muss, ohne allerdings über die Zeitstellung beider Schichten genauere Angaben machen zu können.

 

 

Dendrochronologie

Die Dendrochronologie stellt eine präzise, jahrgenaue Datierungsmethode dar, die über den Vergleich der Jahrringfolgen die zeitliche Zuordnung von Hölzern ermöglicht.

 

 

Geomagnetik

Das Prinzip der geomagnetischen Messung beruht darauf, dass lokale „Störungen“ des Erdmagnetfeldes sowie deren räumliche Auswirkung hochauflösend gemessen werden. Solche messbaren „Störungen“ im Erdmagnetfeld werden durch magnetische oder magnetisierbare Materialien hervorgerufen. Auch von Menschenhand geschaffene Befunde, d.h. z.B. Mauern, Öfen, Gebäude oder auch Gruben, verursachen Magnetfeldänderungen, sofern sie – zumindest in kleinen Mengen – Eisen beinhalten.

Mit einem Magnetometer werden in vorher festgelegten Quadraten und definierter Weise die Fläche systematisch abgegangen und die Signale verzeichnet. Die Daten werden am Ende mit Hilfe des Computers als Rasterbild visualisiert.

 

 

Georadar

Das Georadar entspricht in seiner Funktionsweise dem herkömmlichen Radar – beispielsweise dem in der Luftfahrt. Allerdings werden hier die elektromagnetischen Impulse senkrecht zur Oberfläche in den Untergrund gesendet. Gemessen werden dann die reflektierten Wellen.

 

 

Luftbildarchäologie

Hierunter versteht man den Einsatz von Luftbildern bei der Suche nach archäologischen Befunden, ohne direkt in den Boden einzugreifen. Luftbilder sind photographische Aufnahmen aus der Vogelperspektive, die Bewuchsveränderungen wiedergeben und damit auf mögliche archäologische Spuren im Boden hinweisen.

 

 

Stratigraphie

Die Gesamtheit aller Beobachtungen zur zeitlichen Abfolge der Befunde eines Platzes wird als „Stratigraphie“ (griech. „Schichtenfolge“) bezeichnet.
Um alle stratigraphischen Bezüge sichtbar zu machen , werden während einer archäologischen Ausgrabung horizontale Flächen, sog. Plana, sorgfältig geputzt. Zur Ermittlung der vertikalen Abfolge werden senkrechte Wände, sog. Profile, dokumentiert.

 

 

Typologie

Unter Typologie versteht man die Einteilung archäologischer Funde nach Typen, wobei die chronologische Einordnung bzw. Datierung von Funden den Umstand nutzt, dass alle Gegenstände einer zeittypischen „Mode“ unterliegen. Diese führt zu einem ständigen Formenwandel, der alle Objekte menschlicher Fertigung erfasst. Die Archäologie ermittelt anhand datierter Fundzusammenhänge die für jeden Zeitabschnitt typischen Merkmale. Keramische Gefäße weisen Randformen oder Verzierungsarten auf, die in einem bestimmten Zeitraum modern waren. Finden sich diese typologischen Merkmale auch auf Funden anderer Grabungen kann eine zeitliche Nähe zwischen den Funden angenommen werden.

 

 

14C-Methode

Die 14C-Methode oder auch Radiokarbondatierung beruht auf der Tatsache, dass alle lebenden Organismen über ihren Stoffwechsel mit der Erdatmosphäre in Wechselwirkung.
Tiere und Menschen benötigen zur Versorgung ihrer Zellen Sauerstoff, Pflanzen bauen im Prozess der Photosynthese aus dem Kohlendioxid der Luft Kohlenhydrate auf.
In allen lebenden Organismen, die sich durch Stoffwechsel mit der Atmosphäre austauschen, ist daher der Gehalt an 14C konstant. Dies ändert sich erst, wenn ein Organismus stirbt. Der Stoffwechsel kommt nun zum Erliegen, der Austausch von Kohlenstoff mit der Umgebung bricht ab. Von diesem Zeitpunkt an liegt also nur noch der Zerfall des radioaktiven 14C-Isotops vor. Hier genau setzt der Nutzen für die Datierung organischer Objekte.
Stellt man mit einem Messgerät fest, dass bei einem Gegenstand nur halb soviel Kohlenstoff als 14C vorliegt, wie in der heutigen Atmosphäre, so muss eine volle Halbwertzeit dieses Elementes, also 5730 Jahre, verstrichen sein, seit der Organismus den Stoffwechsel eingestellt hat. Dies kann entsprechend weiter geführt werden. Die Messung ist umso präziser, je mehr Kohlenstoff bei der Analyse zur Verfügung steht.